Eine Herausforderung, für die es sich einzusetzen lohnt
Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der HWR geben einen Einblick in die Beweggründe, sich zu engagieren, sprechen über ihre Erfahrungen und formulieren Wünsche für ihre Amtszeit 2026–2028.
Seit dem 1. April 2026 ist Naomi Noba, Studentin des Fachbereich 1 als neue Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte an der Berlin Professional School im Amt. Als Stellvertreterin ist Jarilena Hennig aktiv, sie ist ebenfalls Studentin des Fachbereich 1.
Was hat Sie dazu bewogen, sich auf das Amt der (stellvertretenden) Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten zu bewerben?
Naomi Noba: Gleichstellungsthemen haben mich durch mein Studium aber auch im außeruniversitären Alltag schon immer begleitet. Im beruflichen Kontext bin ich immer wieder mit strukturellen Benachteiligungen in Berührung gekommen. Was mich dabei im Bachelor besonders beschäftigt hat, war die aus meiner Wahrnehmung geringe Sichtbarkeit von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. All das hat mich motiviert, selbst aktiv zu werden.
Jarilena Hennig: Für mich war das Interesse an Gleichstellungsthemen nie nur theoretisch, sondern immer auch sehr persönlich motiviert. In meinem Studium im Bereich Wirtschaft, Soziologie und IT, aber auch darüber hinaus habe ich mich viel mit Fragen rund um Chancengleichheit, strukturelle Ungleichheiten und wie dies jeden von uns auf diverse Art begleitet beschäftigt. Dabei wurde mir immer klarer, wie relevant diese Themen gerade heute sind und wie sehr sie unseren Alltag und unsere Zukunft prägen.
Die Bewerbung auf das Amt war für mich deshalb ein bewusster Schritt, dieses Interesse nicht nur im Studium zu verfolgen, sondern aktiv in die Hochschule hineinzutragen und mitzugestalten. Ich finde es besonders spannend, Gleichstellung nicht nur als abstraktes Ziel zu sehen, sondern ganz konkret im Hochschulalltag zu verankern und besonders für uns Studierende zugänglich zu machen. Seit April 2026 im Amt zu sein, gibt mir die Möglichkeit, genau das zu tun, eure Ansprechpartnerin zu sein und gleichzeitig selbst viel dazuzulernen.
Haben Sie eigene Fördererfahrungen oder konnten bereits persönlich von der Arbeit einer Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten profitieren?
Jarilena Hennig: Direkt im Sinne klassischer Förderprogramme habe ich bisher weniger Erfahrungen gemacht, aber ich habe immer wieder gemerkt, wie wichtig sichtbare Ansprechpersonen und unterstützende Strukturen sind. Gerade im Studium oder in Übergangsphasen können schon kleine Impulse, wie z.B. Gespräche, Hinweise oder auch einfach das Gefühl, dass bestimmte Themen ernst genommen werden, einen großen Unterschied machen.
Diese indirekten Erfahrungen haben mir gezeigt, wie wertvoll die Arbeit von Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten ist. Sie schaffen Räume, in denen Fragen gestellt werden können, und tragen dazu bei, dass Gleichstellung nicht nur ein Schlagwort bleibt. Genau das motiviert mich, diese Rolle nun selbst auszufüllen und für andere Studierende zugänglich zu machen.
Was möchten Sie in Ihrer Amtszeit als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte erreichen? Gibt es (Gleichstellungs-)Ziele oder Aufgaben, die Ihnen besonders wichtig sind?
Naomi Noba: Vor allem möchte ich Sichtbarkeit schaffen und das Thema Intersektionalität stärker in den Fokus rücken. Dabei geht es mir darum, deutlich zu machen, wie verschiedene Diskriminierungsmechanismen, etwa aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder Behinderung, gleichzeitig wirken und sich gegenseitig verstärken können. Um das umzusetzen, soll Vernetzung ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit werden, unter anderem mit der Antidiskriminierungsstelle, dem AStA, der Schwerbehindertenvertretung der HWR und natürlich vor allem mit den Studierenden selbst.
Jarilena Hennig: Ein zentrales Anliegen für mich ist es, die Sichtbarkeit von Gleichstellungsthemen und damit auch die Rolle der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten selbst, insbesondere unter Studierenden, zu erhöhen. Oft ist gar nicht bekannt, an wen man sich wenden kann oder welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Hier möchte ich dazu beitragen, mehr Transparenz und niedrigschwellige Zugänge zu schaffen.
Darüber hinaus ist es mir wichtig, Gleichstellung interdisziplinär zu denken und auch aktuelle Entwicklungen einzubeziehen, wie zum Beispiel welche neuen Herausforderungen durch soziale Medien und die voranschreitende Digitalisierung mitgedacht und einbezogen werden sollten. Ich sehe hier großes Potenzial, diese Perspektiven stärker in den Hochschulkontext einzubringen.
Nicht zuletzt liegt mir auch die Förderung von Austausch und Vernetzung am Herzen.
Ich wünsche mir, dass Studierende sich gegenseitig stärken, voneinander lernen und mehr “Role Models” sichtbar werden. Wenn es gelingt, Gleichstellung als gemeinsames Thema im Hochschulalltag zu verankern und nicht nur als Einzelinitiative, dann wäre das für mich ein großer Erfolg innerhalb meiner Amtszeit.